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Pflanzenwelt (Flora)

Das Wort Flora stammt aus dem Lateinischen und wurde von dem Namen der Göttin Flora abgleitet, die in der römischen Mythologie den Frühling, die Pflanzenwelt und die Fruchtbarkeit symbolisierte. Der in der Biologie gebräuchliche Begriff "Flora" bezieht sich auf das gesamte Vorkommen jener Pflanzen, die in einem bestimmten Gebiet wachsen. Ein solches Gebiet kann eine geographisch begrenzte Region ebenso sein wie eine Stadt, ein Land, ein ganzer Kontinent oder eine Insel. So kann man beispielsweise von der Flora, also der Pflanzenwelt, der Alpen oder einer Wüste ebenso sprechen wie von der Flora New Yorks, Italiens, Asiens oder der Kanarischen Inseln

Faltblatt Neophyten

Ambrosia - Ambrosia artemisiifolia

Aussehen

auch Beifuß-Traubenkraut, Beifuß-Ambrosie, Traubenkraut, Aufrechtes Traubenkraut, Wilder Hanf und Beifußblättriges Traubenkraut genannt.

  • Wuchshöhe: 20 cm bis 1,5 Meter
  • Stängel: behaart; reich verzweigt
  • Blätter: lang gestielt; grün; unten gegenständig, oben wechselständig angeordnet; meist doppelt fiederteilig; Blattunterseite doppelt bis dreifach gefiedert
  • Blüte: einhäusig getrenntgeschlechtig;

Männlich: Blütenkörbchen stehen in dichten, blattlosen, etwa 20 cm langen, traubigen Gesamtblüten-ständen am Ende des Stängels und der Seitenzweige; Blütenkörbchen enthalten 5 bis 15 gelbliche Röhrenblüten; kahle oder schwach behaarte Hülle; fünf freie Staubblätter
Weiblich: Knäuel in Blattachseln unterhalb der männlichen Blütenstände; unterständige, zweifächrige Fruchtknoten werden von einer behaarten vier- bis siebenzähnigen Hülle halb umschlossen; Griffel mit zwei Narben

  • Blütezeit: Juli bis Oktober  

Formulare und Hinweise

Indisches Springkraut - Impatiens glandulifera

Aussehen

Aussehen der Pflanze:

  • Wuchshöhe: über 2 Meter
  • Stängel: dick; oben verzweigt; rötlich überlaufen; knubbelige Gelenke 
  • Blätter: gegenständig, oben quirlständig;    langzettlich; scharf gezähnt; 6 bis 25 cm lang; 18 bis 65 mm breit; Blattstiel 30 bis 35 mm lang; zu dritt an Stängelknoten
  • Blüte: aufrechter traubiger Blütenstand; purpurrot, rosa oder weiß; stark süßlich duftend; 3 bis 4 cm lang; 3 Kelchblätter; 5 Kronblätter
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Früchte: 14 bis 18 mm lange Kapselfrüchte

Das Indische Springkraut ist wie der Name schon sagt eigentlich in Indien heimisch. Im 19. Jahrhundert wurde es in Nordamerika und Europa als Zierpflanze eingeführt.

Alle Springkrautarten sind frisch leicht giftig!

Pro Pflanze werden ungefähr 1600 bis 4300 Samen produziert, die bis zu 7m weit geschleudert werden können. In Reinbeständen können bis zu 32000 Samen pro Quadratmeter vorkommen. Jedoch ist das Springkraut einjährig und lässt sich aufgrund der Verbreitung über die Samen verhältnismäßig leicht bekämpfen.

Das Springkraut wächst vor allem in feuchten Wäldern Auen- und Uferlandschaften. Daher soll es in schützenswerten Biotopbereichen bekämpft werden. Die Verbreitung der standortfremden Pflanzen soll gestoppt und eingedämmt werden, da sie sich schnell und großflächig verbreitet und somit einheimische Pflanzen verdrängt.

Außerdem stellt sie eine Erosionsgefahr dar, da die Pflanze nur einen sehr kleinen Wurzelball ausbildet.

Bekämpfung

  • Mahd vor der ersten Blüte
  • Ausreißen der Pflanzen vor der Samenreife
  • Gemähte und ausgerissene Pflanzen müssen abgeräumt und kompostiert werden! Die Beseitigung des Springkrauts sollte möglichst spät passieren, damit fast alle Pflanzen erfasst werden.

Eine Kontrolle über weitere fünf Jahre ist notwendig, da die Samen vier Jahre keimfähig sind!

Neophyten - Neulinge in der Pflanzenwelt

Neophyten

Gebietsfremde Arten

Japanischer Staudenknöterich - Fallopia japonica

Aussehen

  •  Wuchshöhe: 3 bis 4 Meter
  • Stängel: bambusähnlich; hohl; kahl; oft rot überlaufen
  • Blätter: wechselständig; 5 - 20 cm lang; 8 cm breit; eiförmig; schmale Spitze; ledrig
  • Blüte: getrenntgeschlechtlich; fünf weißliche Blütenblätter
  • Weiblich: 3 Narben
  • Männlich: 8 Staubblätter
  • Blütezeit: August bis Oktober
  • Früchte: rotbraun; 4 mm lang; von weißlichen Blättern umschlossen

Zwar sterben die überirdischen Pflanzenteile im Winter ab, doch reichen die Wurzeln bis zu zwei Meter tief in den Boden. So verbreitet sich die Pflanze waagrecht und überlebt die Kälte problemlos. Die Ausläufer haben einen sieben Meter größeren Umkreis, als es oberirdisch sichtbar ist. Unter guten Bedingungen wächst der Staudenknöterich 10 bis 30 cm pro Tag!

Der Japanische Staudenknöterich wächst sehr schnell, ist besonders zäh und verdrängt die einheimischen Pflanzen. Deshalb sollte die Verbreitung der Pflanze im Biotopbereich und in Kleinbeständen verhindert werden.

 

Bekämpfung

Jeder bekämpfte Bestand ist noch in den Folgejahren zu kontrollieren!

Kanadische Goldrute - Solidago canadensis

Aussehen

Kanadische Goldrute

"Kanadische Goldrute"
Kanadische Goldrute
  • Wuchshöhe: 50 - 200 cm
  • Stängel: dicht kurzhaarig abstehend behaart; unverzweigt; Rispenäste bogig gekrümmt; dicht beblättert
  • Blätter: lanzettlich; im vorderen Bereich gesägt; an der Blattunterseite dicht kurzhaarig abstehend behaart
  • Blüte: zahlreiche, einseitswendige, deutlich gestielte, gelbe Blütenköpfchen auf der Oberseite der Rispenzweige; 3 - 5 mm Durchmesser
  • Blütezeit: August bis Oktober

Die Goldrute verbreitet sich sehr schnell, da sie einerseits pro Stängel bis zu 19.000 Samen produzieren kann und andererseits sehr weite Ausläufer bildet. So werden einheimische Pflanzen verdrängt. Die Tiere, die die verdrängten Pflanzen als Nahrung benötigen, sind ebenfalls gefährdet. Vor allem die Wildbiene und die Wildhummel sind davon betroffen.

Daher sollten die Bestände der Goldrute im Biotopbereich dezimiert werden!

Bekämpfung

Um die Verbreitung zu verhindern, sollte man auf keinen Fall Grüngut und Bodenaushub in der freien Natur ablagern!

Riesenbärenklau - Heracleum mantegazzianum

Aussehen

"Herkulesstaude"
Herkulesstaude

Herkulesstaude

  • Wuchshöhe: 3 bis 4 Meter
  • Stängel: mäßig dicht behaart; meist purpur gefleckt; Basisdurchmesser 2 bis 10 cm; oft zahlreiche große dunkle oder weinrote Flecken
  • Blätter: Länge bis 1 Meter, selten 3 Meter; Blattspreite drei- oder fünf- bis neunteilig fiederschnittig; seitliche Blattabschnitte können über 1 Meter lang und mehr als 20 cm breit sein; tief geteilt
  • Blüte: sehr große Blüten-Doppeldolden; Durchmesser 30 bis 50 cm; 30- bis 150-strahlig; eine Dolde kann bis zu 80.000 Einzelblüten enthalten und bis zu 15 000 Früchte bilden; äußere Blüten einseitig vergrößert; Durchmesser 1 bis 2 cm; Durchmesser im Inneren der Dolde nur 4 bis 8 mm; weiß
  • Blütezeit: Juni bis Juli

Aufgrund der hohen Zahl von Samen ist der Riesen-Bärenklau eine Pflanze mit ausgeprägter Ausbreitungsfähigkeit. Seine Samen bleiben zudem über mehrere Jahre hinweg keimfähig. Wegen seiner guten Aussamung wurde er schnell zu einer Plage und bildet in kürzester Zeit große Bestände, die sich nur sehr schwer entfernen lassen.

Der Riesen-Bärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und schwer heilenden Verbrennungserscheinungen fü

"Herkulesstaude"
Herkulesstaude

hren. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört. Wenn die Pflanze dennoch versehentlich berührt wurde, sollte die Haut sofort vor Sonnenlicht geschützt und schnellstmöglich gewaschen werden. Falls Hautreaktionen auftreten, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

Aufgrund der hohen Gefährdung (wie Fieber, Kreislaufkollaps, Atembeschwerden und Verbrennungen) für den Menschen soll die Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus verhindert werden! Jedes Vorkommen muss der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden.

Bisher kommt in Landshut der Bärenklau im Bereich des alten Müllbergs und entlang von Fließgewässern vor.

Bekämpfung

Wer eine Herkulesstaude auf seinem Grundstück vorfindet, soll nach dem Kappen des Stängels auch die pfahlartige Wurzel der Pflanze ausgraben, dabei Schutzkleidung tragen und insbesondere Hände, Augen und Mund vor einer Berührung schützen. Blüten- oder Samenstände müssen als Restmüll entsorgt werden.

Jeder scheinbar beseitigte Bestand muss noch eine längere Zeit kontrolliert werden. Gegebenenfalls müssen weitere Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen, bis der Samenvorrat im Boden erschöpft ist.